Magdeburg Outriggerevent über den legendären Domfelsen
…da hat das rote Pferd sich einfach umgekehrt…
Bereits am Freitag verluden wir die Boote für den Transport. Dieses Mal nutzten wir den kleinen Boots - Anhänger, den freundlicherweise Labi mitnahm.
Seinen OC1, unseren OC2  und seinen leicht angeschlagenen Körper transportierte er noch am selben Abend nach Magdeburg. Er wollte den Abend und die Nacht zur mentalen Vorbereitung auf sein erstes Outrigger - Rennen nutzen. Dabei standen ihm Gero und Ingo helfend zur Seite.
Der Trip für Zicke und mich begann am Samstag um 08.00 Uhr bei echtem Norddeutschen Schmuddelwetter. Wir wurden in Rostock mit Regen verabschiedet, der uns auch den ganzen Tag begleiten sollte.
In Magdeburg angekommen, luden wir schnell unsere Boote ab und gingen ins Trockene. Dort erfolgten die Anmeldung und die Besprechung, bei der wir über die Besonderheiten der Strecke informiert wurden. Dazu zeigte uns Gunnar ein selbst gedrehtes Video mit den Schlüsselstellen der Strecke. Beim Anblick der vorherrschenden Strömung die uns erwarten sollte, stieg bei uns immer mehr der Respekt. Gemeldet waren 8 OC1 ( 7 Herren, 1 Dame), 13 OC2 ( 7 Herren, 4 Mix, 1 Damen, 1 Jugend).
Unser Ziel war klar: vorne mitzufahren, anzugreifen und bis zum Ziel durchhalten.
Ca.13.00 Uhr fiel dann der Startschuss und wir wurden auf die Strecke geschickt. Die OC2 wurden zuerst gestartet und die OC1, mit Labi im Starterfeld, gingen 10 Minuten später auf die Strecke.
Nach etwa 700m Hafengelände ging es auf die stark strömende Elbe. Wir brachten gleich nach dem Start ordentlich Druck aufs Blatt und fuhren mit zwei anderen Teams (u.a. mit Ingo und Gero) auf gleicher Höhe vorne weg. Ingo und Gero gingen  nach der Hafenausfahrt in Führung. Wir fielen leider gleich nach einer leichten Berührung am Heck, die unser Boot in Richtung Elbmitte bugsierte, zurück.
Aufgrund der Strömung war es sehr schwer, das Boot wieder richtungsmäßig in Ufernähe zu manövrieren, wo man die einzige Möglichkeit fand, stromaufwärts Fahrt aufzunehmen. So fuhren uns Gero und Ingo mit ca. 50 bis 100m voraus. Wir reihten uns auf Platz 3 liegend in den stromaufwärts fahrenden Tross ein und versuchten auf der ersten Hochtour das ein ums andere Mal Platz 2 zu erkämpfen. Doch unsere Versuche scheiterten immer wieder an dem zu großen Abstand zum Ufer. Das zwei bis drei Meter dichter am Ufer fahrende Boot konterte jeden Angriffsversuch mit Leichtigkeit. Da half nur ein taktisch gut vorbereiteter Zug. Der sollte uns in der ersten Wende nach ca. 20 gefahrenen Minuten gelingen. Wir erspurteten uns das Wenderecht und nutzten diesen Vorteil für uns. Auf Platz 2 liegend ging es auf die erste Tour stromabwärts, auf der wir einen kleinen Vorsprung herausfahren konnten. Mussten wir uns gegen den Strom mit kurzen und schnellen Schlägen behelfen, um ein Vorwärtskommen zu ermöglich, reichte es in der entgegen gesetzten Richtung mit langen kräftigen Schlägen der zweiten Wende entgegen zu fahren, die wir nach nur ca. 6  Minuten umfahren konnten.
Nun mussten wir noch zwei dieser anspruchsvollen Runden paddeln oder besser gesagt, um jeden Meter kämpfen. Bei den zwei verbliebenen Streckenabschnitten stromaufwärts hielten wir uns so dicht wie möglich am Ufer, Gero und Ingo vor uns nicht aus den Augen lassend. Wir versuchten die Ideallinie bestmöglich zu erwischen, jede sich bietende Möglichkeit zu nutzen, um an die Beiden heranzufahren. An einigen Stellen war die Strömung so stark, das kein merklicher Vortrieb mehr zu erkennen war. Das Ufer schien selbst bei größter Kraftanstrengung einfach neben uns stehen zu bleiben. Da halfen wieder nur kurze Schläge in ausreichender Anzahl. Gero und Ingo fuhren souverän das Rennen nach Hause. Uns blieb aber der 2.Platz, den wir mit einem in jeder Runde wachsenden Abstand zum Drittplatzierten bis zum Ziel nicht mehr abgaben. In der letzten Runde motivierten wir Labi noch zum Durchhalten, welcher nach dem Zieleinlauf einen super 6. Platz belegte.
Wir alle waren mit unserer Leistungen sehr zu frieden, auch wenn das Wetter nicht so mitspielte.
Nach dem Duschen und der Stärkung durch einen vom Veranstalter bereitgestellten selbst gemachten Eintopf, luden wir die Boote wieder auf dem Anhänger, verabschiedeten uns vom Veranstalter und den anderen Sportlern und fuhren abgekämpft, aber zufrieden nach Hause.
Die Saison läuft richtig gut an und wir wollen natürlich so weiter machen. Spätestens in Rerik lassen wir es wieder rocken!!!
In diesem Sinne
Ze Roberto